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Ratgeber

Büro und Praxis entrümpeln

Ein Büro oder eine Ordination wird selten am Vormittag geräumt. Der Termin liegt abends, am Wochenende oder zwischen zwei Mietverhältnissen. Die Akten bleiben dabei immer in Ihrer Hand.

Der Termin liegt außerhalb der Öffnungszeiten

Solange der Betrieb läuft, stört jede Räumung. Deshalb legen wir den Termin auf den Abend, auf Samstag oder auf die Tage zwischen Auszug und Übergabe. Für Ordinationen ist der ordinationsfreie Tag der ruhigste Zeitpunkt.

Praktisch heißt das: Wir kommen, wenn niemand mehr da ist, und brauchen dafür Zugang zum Objekt und zum Lift. Wer im Haus einen Lastenlift mit Zeitfenster hat, meldet den Termin bei der Hausbetreuung an.

Was mitgeht

Alles, was frei steht und nicht mit der Bausubstanz verbunden ist. Schreibtische, Rollcontainer, Sesselserien, Regale, leere Aktenschränke, Empfangspulte, Wartezimmerbestuhlung, Teeküchen, Trennwände auf Standfüßen sowie alte Bildschirme, Drucker und Kopierer.

  • Schreibtische, Container, Bürosessel
  • Regale und leere Aktenschränke
  • Wartezimmer- und Empfangsmöbel
  • Bildschirme, Drucker, Kopierer

Akten und Patientendaten bleiben bei Ihnen

Wir öffnen keine Ordner, wir lesen nichts, und wir vernichten keine Unterlagen. Das ist eine klare Grenze: Für Geschäftsunterlagen gilt in Österreich eine Aufbewahrungsfrist von sieben Jahren, für Krankengeschichten deutlich länger.

Nehmen Sie die Akten also vorher heraus und bringen Sie sie an einen Ort, an dem die Frist eingehalten wird. Schränke nehmen wir leer mit. Steht am Termin noch ein voller Ordner im Regal, bleibt er stehen und wir zeigen ihn Ihnen.

Was wir nicht machen

Fest verbaute Einbauten, Bodenbeläge und Installationen sind Sache eines Fachbetriebs. Dasselbe gilt für medizinische Geräte, die vor dem Abtransport fachgerecht getrennt werden müssen, etwa Behandlungseinheiten oder Röntgenanlagen. An der Bausubstanz demontieren wir nichts.

Auch Endreinigung und Malerarbeiten gehören nicht zu unserem Gewerbe. Wir übergeben die Räume leer und besenrein, den Rest übernimmt der jeweilige Fachbetrieb.

Zufahrt, Lift und Halteverbot

In der Innenstadt entscheidet der Stellplatz über die Dauer. Ist vor dem Haus keine Ladezone frei, beantragen wir eine Halteverbotszone ab 140 Euro, die rund zwei Wochen Vorlauf braucht.

Ohne Lift wird über die Stiege getragen. Das ist machbar, verlängert aber den Termin. Sagen Sie bei der Besichtigung dazu, ob der Lift benutzt werden darf und wie breit das Stiegenhaus ist.

Preis und Ablauf

Der Preis entsteht bei einer kostenlosen Besichtigung vor Ort und gilt danach fix. Es gibt keine Stundenabrechnung und keine Nachforderung für Mengen, die wir vorher gesehen haben. Bezahlt wird bar mit Beleg oder auf Rechnung per Überweisung, für Firmen mit ausgewiesener Umsatzsteuer.

Warum ein Büro anders kalkuliert wird als eine Wohnung

Bürostühle und Stahlschränke

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch bringt mit Motor und Traverse rund 40 Kilo auf die Waage, ein Rollcontainer aus Stahlblech noch einmal 25. In einer Ordination stehen davon schnell acht Stück, dazu Aktenschränke, die nur zerlegt durch eine Altbautür gehen. Deshalb dauert ein Büro mit 60 Quadratmetern länger als eine Wohnung derselben Fläche, obwohl es beim Betreten viel leerer wirkt.

Der Serverraum als Sonderfall

Alte Rechner, Monitore und Drucker gehen als ausgediente Elektrogeräte mit. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung unter dem Rack nicht: Sie enthält Bleiakkus, und die dürfen wir nicht übernehmen, dafür braucht es einen dafür befugten Betrieb. Klemmen Sie Geräte vorher ab oder lassen Sie das Ihre IT machen. Wir ziehen keine Netzwerkdosen aus der Wand und lösen keine Verkabelung aus der Bausubstanz.

Einbauten gehören dem Vermieter

Empfangstheke, Trennwände und verklebter Nadelfilz sind in vielen Mietverträgen anders geregelt als loses Mobiliar. Ob Sie den Urzustand herstellen müssen, steht in Ihrem Vertrag oder klärt die Hausverwaltung, bevor der Termin steht. Fest verschraubte Einbauten aus der Bausubstanz zu lösen ist Sache eines Fachbetriebs, das machen wir nicht. Alles, was frei im Raum steht, nehmen wir mit.

Wie Sie den Termin im laufenden Betrieb vorbereiten

Legen Sie zuerst den letzten Arbeitstag fest und rechnen Sie zwei Tage Puffer dazu, denn erfahrungsgemäß tauchen bis zuletzt Ordner und Geräte auf, über die niemand entschieden hat. Danach gehen Sie mit einer Rolle Klebeband durch die Räume und markieren, was bleibt: Alles ohne Markierung geht. Diese Umkehrung spart am Termin selbst die meisten Rückfragen. Wer mitentscheiden darf, sollte vorher benannt sein, sonst steht die Mannschaft und wartet.

Die zweite Hälfte betrifft das Haus. In einem Zinshaus mit Ordination im Hochparterre klären Sie mit der Hausbetreuung, ob abends noch jemand aufsperren kann und ob das Licht im Stiegenhaus nach 20 Uhr per Zeitschalter ausgeht. Für die Ladezone vor dem Tor können Sie eine Halteverbotszone ab € 140 beantragen lassen. Halten Sie außerdem fest, wie viele Schlüssel es gibt und an wen sie am Ende gehen, am besten im Übergabeprotokoll mit Datum.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Können Sie am Wochenende arbeiten?

Ja. Abend-, Samstag- und Feiertagstermine sind bei Büros und Ordinationen der Normalfall, damit der Betrieb nicht stillsteht.

Vernichten Sie Akten oder Datenträger?

Nein. Wir öffnen keine Ordner und vernichten keine Unterlagen. Akten und Datenträger bleiben Sache des Auftraggebers.

Nehmen Sie medizinische Geräte mit?

Nur, wenn sie frei stehen und keine fachgerechte Trennung von Leitungen nötig ist. Alles Verbaute muss vorher ein Fachbetrieb lösen.

Was kostet die Entrümpelung eines Büros?

Das hängt an Menge, Stockwerk und Zufahrt. Nach der kostenlosen Besichtigung nennen wir einen Fixpreis, einzelne Stücke beginnen bei 99 Euro.

Lässt sich eine Ordination in zwei Etappen entrümpeln?

Ja, das ist bei laufendem Betrieb sogar der ruhigere Weg. Üblich ist ein erster Termin für Lager, Keller und Nebenräume, während vorne noch gearbeitet wird, und ein zweiter nach dem letzten Behandlungstag. Beide Termine werden bei der kostenlosen Besichtigung gemeinsam angesehen und als ein Fixpreis festgehalten, damit nicht zweimal gerechnet wird.

Was passiert mit Möbeln, die noch gut erhalten sind?

Brauchbare Schreibtische, Sessel und Kästen nehmen wir gern getrennt mit, wenn Sie sie vorher zusammenstellen und beschriften. Sinnvoll ist, sie schon einige Wochen vorher innerhalb der Firma oder im Bekanntenkreis anzubieten, denn gebrauchte Bürostühle mit Stoffbezug finden erfahrungsgemäß kaum noch Abnehmer. Was übrig bleibt, geht am Termin mit dem Rest.

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