Dachboden und Speicher entrümpeln
Der Dachboden ist der Ort, an dem über Jahrzehnte alles landet, was man nicht wegwerfen wollte. Beim Räumen zählen drei Dinge: der Zugang, der Staub und die Zeit.
Der Zugang entscheidet
Bevor wir über Kisten reden, reden wir über den Weg nach oben. Eine feste Stiege mit Geländer ist der einfache Fall. Eine Klappleiter aus der Decke ist der schwierige: Dort geht nichts zu zweit, jedes Stück wird einzeln über den Kopf gereicht.
Sagen Sie uns bei der Besichtigung, welcher Zugang bei Ihnen vorhanden ist und ob es Licht gibt. Ohne Licht arbeiten wir mit Strahler und Stirnlampe, das kostet Zeit.
Staub, Enge und niedrige Höhe
Auf einem Speicher liegt Staub, der sich seit Jahren nicht bewegt hat. Wir arbeiten mit Maske und Handschuhen und öffnen wenn möglich ein Dachfenster. Wo man nicht aufrecht stehen kann, wird gekniet und geschoben statt getragen.
Für Sie heißt das: Sie müssen nicht mit hinauf. Es reicht, wenn Sie unten stehen und sagen, was bleibt.
Was oft gefunden wird
Fotos, Dokumente und Schatullen legen wir zur Seite und zeigen sie Ihnen, statt sie einfach mitzunehmen. Auf Dachböden kommt so etwas häufiger zum Vorschein als in Wohnungen, weil dort seit einer Generation niemand mehr aufgeräumt hat.
- Alte Koffer, Reisetaschen und Truhen, meist mit Kleidung darin
- Kartons mit Fotos, Briefen und Dokumenten
- Möbelteile, die irgendwann repariert werden sollten
- Weihnachtsschmuck, Skier, Kinderbetten, Nähmaschinen
- Zeitungsstapel und Bücher, vom Feuchten wellig geworden
Wie lange das dauert
Ein normal gefülltes Dachbodenabteil im Zinshaus ist an einem halben Tag unten. Ein voller Speicher über einem ganzen Haus dauert einen Tag, manchmal zwei. Der Unterschied liegt selten in der Menge, fast immer im Weg nach unten.
Rechnen Sie damit, dass vier Stockwerke ohne Aufzug den Zeitbedarf gegenüber einem Erdgeschoss etwa verdoppeln.
Was Sie vorher tun können
Im Zinshaus sind Dachbodenabteile oft nur mit Latten getrennt. Ist nicht klar, wo Ihr Abteil endet, holen Sie vorher eine Bestätigung der Hausverwaltung ein. Wir räumen nur, was eindeutig zugeordnet ist.
- Den Weg zum Aufgang frei machen
- Lampe oder Verlängerungskabel bereitlegen
- Kisten, die bleiben sollen, sichtbar markieren
- Uns sagen, wo die Grenze zum Nachbarabteil verläuft
Preis und Termin
Ein einzelnes Abteil liegt in der Größenordnung eines Kellerabteils, also bei 290 Euro. Wird der ganze Speicher geräumt, richtet sich der Preis nach Fläche und Zugang wie bei einer Wohnung. Der Fixpreis steht nach der kostenlosen Besichtigung und ändert sich danach nicht.
Termine auf dem Dachboden legen wir gern in die kühleren Monate oder auf den frühen Vormittag. Unter einem ungedämmten Ziegeldach steigt die Temperatur im Sommer bis Mittag deutlich an, und Hitze macht die Arbeit langsamer als jede Kiste.
Wenn Sie das Dachbodenabteil ohnehin aufgeben, sagen Sie es uns. Dann nehmen wir auch Regale, Latten und alte Trennwände mit, sofern sie nicht fest verbaut sind.
Die drei häufigsten Fehlplanungen
Zu spät begonnen
Unter einem unausgebauten Ziegeldach steigt die Temperatur im Sommer bis zum frühen Nachmittag so weit, dass jeder Weg zur Luke doppelt so lange dauert wie am Vormittag. Wer erst um zehn anfängt, arbeitet die schwersten Stunden in der Hitze. Im Juli und August beginnen wir am Dachboden um sieben und sind vor der Mittagshitze bei den letzten Kisten.
Die Luke als Nadelöhr
Die Bodenöffnung ist fast immer schmaler als das, was oben steht. Ein Kleiderschrank aus den Siebzigern geht nur zerlegt hinunter, ein alter Röhrenfernseher passt über eine Ausziehleiter oft gar nicht. Wir zählen deshalb vor der Zusage durch, wie viele Stücke zerlegt werden müssen, denn das verschiebt den Zeitplan stärker als die reine Menge.
Sortiert wird auf der Stiege
Der langsamste Ablauf ist der, bei dem Angehörige erst beim Tragen entscheiden, was bleibt. Jede Kiste wird abgestellt, geöffnet, besprochen und wieder zugeklebt. Wer vorab zwei Stunden allein oben verbringt und mit Kreppband markiert, was auf jeden Fall weg darf, verkürzt den Räumtag erfahrungsgemäß um ein gutes Drittel.
Reihenfolge am Räumtag: von der Luke nach hinten
Sinnvoll ist es, direkt an der Öffnung zu beginnen und sich nach hinten durchzuarbeiten, statt zuerst die auffälligen großen Stücke aus der letzten Ecke zu zerren. Der Bereich an der Luke wird zur Übergabefläche, dort steht immer nur so viel, wie in den nächsten zehn Minuten hinuntergeht. Im Altbau nutzen wir zusätzlich das Podest im Zwischenstock als zweite Ablage, damit im Stiegenhaus nie ein Weg blockiert ist und die Hausbetreuung nichts abstellen lassen muss.
Licht ist am Speicher wichtiger als Werkzeug. Zwei Strahler an einer langen Verlängerung zeigen, was hinter dem Kamin noch steht, und verhindern Fehltritte zwischen den Deckenbalken. Dazu gehören Feinstaubmasken, geschlossene Schuhe und Handschuhe, weil altes Dämmmaterial beim Anheben bricht und staubt. Tauchen zwischen den Balken plattenartige Reste auf, die nach Asbest aussehen, bleiben sie liegen. Solches Material dürfen wir nicht übernehmen, dafür braucht es einen dafür befugten Betrieb. Alles andere läuft normal weiter.
Häufige Fragen
Muss ich beim Dachboden dabei sein?
Nur für den Rundgang und die Abnahme. Nach oben müssen Sie nicht mitsteigen.
Was passiert mit Fotos und Dokumenten?
Wir legen sie zur Seite und zeigen sie Ihnen. Entschieden wird von Ihnen, nicht von uns.
Geht das auch bei einer Klappleiter?
Ja, es dauert nur länger. Sagen Sie es vorher, damit der Fixpreis von Anfang an stimmt.
Räumen Sie auch das Nachbarabteil mit?
Nein. Wir räumen ausschließlich Flächen, die uns eindeutig zugeordnet sind.
Was ist, wenn zwischen den Balken alte Dämmplatten liegen?
Wir sehen sie uns an und lassen sie liegen, sobald der Verdacht auf Asbest im Raum steht. Plattenmaterial dieser Art dürfen wir nicht übernehmen, dafür braucht es einen dafür befugten Betrieb. Möbel, Kartons, Textilien und ausgediente Geräte rundherum nehmen wir trotzdem mit, damit der Speicher für die Fachfirma frei liegt.
Muss die Hausverwaltung im Zinshaus davon wissen?
Im Zinshaus gehört der Dachboden häufig nicht zur Wohnung, sondern ist ein zugewiesenes Abteil mit eigener Tür. Was Ihnen davon zusteht und wer informiert werden will, klären Sie am besten direkt mit der Hausverwaltung. Für den Ablauf brauchen wir praktisch nur zweierlei: den passenden Schlüssel und jemanden, der am Räumtag telefonisch erreichbar ist.
Machen Sie den ersten Schritt
Foto per WhatsApp oder kurzer Anruf – mehr braucht es nicht für Ihre ehrliche Preisauskunft. Diskret, unverbindlich, kostenlos.