Mehrere Erben, eine Wohnung
Wenn sich mehrere Personen eine Wohnung teilen, die geräumt werden soll, scheitert der Termin selten am Räumen. Er scheitert daran, dass vorher nicht geklärt wurde, wer entscheidet.
Wer erteilt den Auftrag
Wir brauchen einen Auftraggeber, nicht drei. Das kann jede Person aus der Erbengemeinschaft sein, wenn die anderen einverstanden sind. Wichtig ist nur, dass diese Person den Auftrag erteilt, den Termin bestätigt und am Ende die Abnahme macht.
Ob im Verlassenschaftsverfahren schon alles geklärt ist, können wir nicht beurteilen. Das besprechen Sie mit dem Notar oder der Anwältin, die das Verfahren führt. Wir räumen erst, wenn die Familie untereinander einig ist.
Eine Person als Ansprechpartner
Am Tag der Räumung geht es schnell. Wenn drei Personen gleichzeitig unterschiedliche Anweisungen geben, entsteht genau der Fehler, den alle fürchten: Etwas wird mitgenommen, das jemand behalten wollte.
Deshalb bitten wir vorher um einen Namen und eine Telefonnummer. Diese Person entscheidet vor Ort. Alle anderen dürfen dabei sein, aber die Antwort auf eine Frage kommt von einer Stelle.
Vorher abstimmen, nicht am Tag selbst
Die ruhigsten Termine sind die, bei denen die Familie eine Woche vorher gemeinsam in der Wohnung war. Was danach noch dort steht, wird geräumt. Diese Regel klingt hart, sie erspart aber die Diskussion im Stiegenhaus.
- Eine gemeinsame Liste: wer nimmt was mit
- Ein Termin vorab, an dem jeder seine Stücke holt
- Ein Raum, in den alles kommt, was bleibt
- Eine klare Aussage zu Dokumenten, Fotos und Schmuck
Fotos vor Beginn
Bevor wir das erste Stück angreifen, machen Sie Fotos von jedem Raum. Einmal quer durch, jede Wand, auch Keller und Dachbodenabteil. Das dauert fünf Minuten.
Diese Bilder sind später der einzige belastbare Nachweis, wie die Wohnung ausgesehen hat. Für Miterben, die nicht dabei sein konnten, ist das oft wichtiger als jede Erklärung. Wir selbst geben keine Aufnahmen aus der Wohnung nach außen.
Brauchbares und Wertanrechnung
Sind gut erhaltene Möbel, Werkzeug oder Sammlungen dabei, rechnen wir das im Fixpreis an. Diese Anrechnung besprechen wir bei der kostenlosen Besichtigung, damit alle Erben nachvollziehen können, warum der Preis so aussieht, wie er aussieht.
Was uns wertvoll erscheint, aber persönlich sein könnte, etwa Uhren, Münzen, Sparbücher oder Dokumente, legen wir zur Seite und zeigen es dem Ansprechpartner.
Bezahlung und Beleg
Bezahlt wird nach der Abnahme, bar mit Beleg oder auf Rechnung per Überweisung. Bei mehreren Erben ist die Rechnung der Beleg, mit dem sich die Kosten intern aufteilen lassen. Wir stellen sie auf die Person aus, die beauftragt hat.
Der Preis richtet sich nach der Fläche: eine Wohnung bis 45 Quadratmeter ab 690 Euro, 45 bis 70 Quadratmeter ab 990 Euro, ein Haus ab 1.990 Euro. Nach der Besichtigung steht die Zahl fest und bleibt es auch.
Warum der Aufwand mit jedem zusätzlichen Erben steigt
Vier Erwartungen, ein Termin
Bei einer einzelnen Auftraggeberin dauert die Besichtigung eine halbe Stunde. Sind vier Personen beteiligt, dauert die Abstimmung darüber, was mitgenommen wird, oft länger als das Räumen selbst. Jede Person hat andere Erinnerungen an andere Gegenstände. Wer das vorher nicht sortiert, verbringt den Vormittag damit, im Stiegenhaus zu telefonieren, während zwei Leute auf eine Antwort warten und die Halteverbotszone verfällt.
Erben, die weit weg wohnen
Häufig lebt eine Person in Wien und der Rest in einem anderen Bundesland oder im Ausland. Der Termin richtet sich dann nach dem Anreisetag und nicht nach der Wohnung. Sinnvoll ist, den Besichtigungstermin per Video zu begleiten, damit alle denselben Zustand sehen. Was auf Fotos zufällig fehlt, wird später zum Vorwurf, und dann fehlt allen die Grundlage.
Der Streit um Möbel
Alte Schränke aus Vollholz lösen die meisten Diskussionen aus. Eine Person will sie erhalten, eine andere sieht den Aufwand für Abbau und Transport. Klären Sie vorher, ob jemand das Stück wirklich abholt und wohin. Ein Einzelstücktransport innerhalb Wiens beginnt bei € 99, das ist meist billiger als eine Woche Diskussion und ein verschobener Übergabetermin.
So wird aus mehreren Meinungen ein Ablaufplan
Legen Sie eine schlichte Liste an, in der jedes strittige Stück eine Zeile bekommt: Was es ist, in welchem Raum es steht, wer es haben möchte und wer es abholt. Alles, was auf dieser Liste keinen Namen trägt, gilt am Räumtag als frei. Diese eine Regel erspart erfahrungsgemäß die meisten Rückfragen, weil sie eine Entscheidung erzwingt, solange noch Zeit dafür ist und nicht erst, wenn die Fahrzeuge in zweiter Spur stehen.
Danach gehen Sie die Wohnung einmal komplett durch und öffnen jede Lade, jedes Kästchen und jede Schachtel im Vorzimmer. Persönliche Papiere, Fotos, Schmuck und alles mit Unterschrift darauf kommen in eine Kiste, die jemand mitnimmt, bevor die Arbeit beginnt. Erst wenn diese Kiste im Auto steht, ist die Wohnung für alle Beteiligten wirklich freigegeben, und der Termin lässt sich ohne Zwischenrufe durchziehen.
Häufige Fragen
Müssen alle Erben den Auftrag unterschreiben?
Nein. Uns genügt eine beauftragende Person. Die Einigkeit untereinander klären Sie vorab in der Familie.
Können mehrere Erben beim Termin dabei sein?
Ja, gern. Entscheidungen vor Ort trifft aber nur die vorher benannte Person.
Was ist mit Dokumenten und Sparbüchern?
Die legen wir zur Seite und übergeben sie dem Ansprechpartner. Wir werfen nichts unbesehen ins Fahrzeug.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Räumung?
Erst wenn intern geklärt ist, wer was behält. Rechtliche Fragen dazu gehören zum Notar.
Was passiert mit Stücken, die keiner der Erben haben will?
Alles, was noch brauchbar ist, wird getrennt von dem behandelt, was nur noch Sperrmüll ist. Brauchbares kann auf den Preis angerechnet werden, das besprechen wir bei der Besichtigung offen. Wichtig ist nur, dass die Freigabe von allen kommt, sonst bleibt das Stück stehen.
Können wir die Räumung in zwei Etappen machen?
Ja, das kommt bei Erbfällen oft vor. Ein erster Termin nimmt den offensichtlichen Teil, danach bleibt Zeit für die strittigen Stücke. Zwei Anfahrten kosten allerdings mehr als eine, weil jede Fahrt eigene Vorbereitung braucht. Wenn es die Frist zulässt, ist ein einziger, gut vorbereiteter Termin günstiger.
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