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Ratgeber

Messie-Wohnung diskret entrümpeln

Bei einer stark vollgestellten Wohnung ist die Arbeit selbst das kleinere Thema. Das größere ist die Frage, wer im Haus mitbekommt, was da passiert. Darauf lässt sich planen.

Worum es den meisten Menschen geht

In fast jedem Gespräch fällt derselbe Satz: Die Nachbarn sollen es nicht sehen. Das ist nachvollziehbar, und wir richten den Termin danach aus. Eine vollgestellte Wohnung entsteht über Jahre und meist aus einem Grund, der niemanden im Stiegenhaus etwas angeht.

Wir bewerten das nicht. Wir räumen, und wir tun es so unauffällig, wie es die Situation zulässt.

Ein Fahrzeug ohne Aufschrift

Unser Fahrzeug trägt kein Logo und keine Telefonnummer. Vor dem Haus steht ein weißer Transporter, mehr sieht niemand. Auf Wunsch parken wir nicht direkt vor dem Haustor, sondern ein Stück weiter.

Auch die Kleidung ist neutral. Wer im Stiegenhaus vorbeigeht, sieht Leute, die etwas tragen, und nicht eine Firma bei der Arbeit.

Kurze Wege, wenig Stehzeit

Je kürzer die Sachen sichtbar sind, desto weniger fällt auf. Wir stellen nichts vor dem Haus ab und lagern nichts im Hof zwischen. Was hinausgeht, geht direkt ins Fahrzeug.

Deshalb ist ein Stellplatz nah am Eingang bei diesen Terminen wichtiger als sonst. Eine Halteverbotszone ab 140 Euro mit rund zwei Wochen Vorlauf ist hier oft gut angelegt.

  • Nichts vor dem Haus abstellen
  • Kein Zwischenlager im Hof oder Stiegenhaus
  • Undurchsichtige Säcke statt offener Kisten
  • Fahrzeug so nah wie möglich am Eingang

Keine Bilder nach außen

Wir machen bei der Besichtigung Fotos, damit der Fixpreis stimmt. Diese Bilder bleiben zwischen Ihnen und uns. Sie landen nicht auf einer Website, nicht in einem Vorher-Nachher-Beitrag und nicht in einer Nachricht an Dritte.

Brauchen Sie selbst Aufnahmen für die Hausverwaltung oder für Angehörige, schicken wir sie Ihnen. Weiter geht davon nichts.

Umgang mit Nachbarn

Es fragt immer jemand. Unsere Antwort ist knapp und höflich: Wir räumen eine Wohnung. Mehr sagen wir nicht, auch nicht auf Nachfrage. Wir nennen keine Namen und bestätigen nichts.

Wichtig ist auch das Verhalten dazwischen. Kein lautes Zurufen über zwei Stockwerke, keine Türen, die knallen, Podeste bleiben frei. Ein ruhiger Termin bleibt weniger im Gedächtnis als ein hektischer.

Tempo und Pausen

Solche Wohnungen sind körperlich anstrengend, und die Luft ist oft schwer. Wir arbeiten in Abschnitten und machen regelmäßig kurze Pausen im Freien. Das ist kein Zeitverlust, sondern der Grund, warum am Nachmittag dieselbe Sorgfalt da ist wie am Vormittag.

Sie müssen nicht dabei sein. Viele Angehörige gehen nach dem Rundgang weg und kommen zur Abnahme zurück. Das ist völlig in Ordnung und oft die bessere Lösung.

Was die Arbeit in der Wohnung selbst verlangt

Fundstücke und Dokumente

In stark vollgestellten Wohnungen liegt Wertvolles selten dort, wo man es vermutet. Sparbücher stecken zwischen Zeitschriften, Bargeld in Manteltaschen, Schmuck in einer Kaffeedose. Wir öffnen deshalb jede Schachtel, statt sie im Ganzen hinauszutragen. Alles, was nach Papier mit einem Namen darauf aussieht, kommt in eine eigene Kiste, die am Ende bei Ihnen bleibt und nicht mit uns mitfährt.

Der Boden darunter

Unter einem über Jahre gewachsenen Stapel ist der Boden meist in einem anderen Zustand als der Rest der Wohnung. Parkett kann sich gehoben haben, Linoleum klebt fest, in Souterrainwohnungen steht manchmal Feuchtigkeit darunter. Das sehen Sie erst, wenn geräumt ist. Rechnen Sie damit, dass danach noch Arbeit am Boden ansteht, und zeigen Sie das der Hausverwaltung früh.

Was nicht mitfährt

Zwischen den Sachen tauchen fast immer Farbdosen, Lackreste, alte Akkus oder eine Gasflasche vom Campingkocher auf. Die dürfen wir nicht übernehmen, dafür braucht es einen dafür befugten Betrieb. Wir stellen solche Funde sichtbar zur Seite und sagen Ihnen am Ende, was davon übrig bleibt, damit Sie es getrennt weitergeben können. Möbel, Textilien und ausgediente Geräte fahren mit.

Wie Sie den Tag vorbereiten, ohne vorher aufzuräumen

Der häufigste Fehler ist der Versuch, vor dem Termin selbst noch schnell Ordnung zu machen. Das kostet Wochen und endet oft damit, dass der Termin verschoben wird. Sinnvoller ist eine einzige Entscheidung im Vorfeld: Welcher Raum wird zuerst leer. Meist ist das der Raum an der Wohnungstür, weil dort sofort eine Arbeitsfläche entsteht und alle weiteren Wege dadurch kürzer werden.

Legen Sie eine Kiste an die Tür und stellen Sie hinein, was auf keinen Fall mitfahren darf. Was in dieser Kiste liegt, wird nicht angerührt. Bestimmen Sie außerdem eine Person, die währenddessen erreichbar ist und offene Fragen entscheidet, auch wenn Sie selbst nicht dabeibleiben möchten. Viele bleiben die ersten zwanzig Minuten und gehen dann spazieren; das funktioniert erfahrungsgemäß besser als stundenlanges Zusehen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Steht Ihr Name auf dem Fahrzeug?

Nein. Der Transporter ist unbeschriftet, unsere Kleidung neutral.

Verwenden Sie Fotos aus der Wohnung?

Nein. Bilder dienen nur der Preisermittlung und bleiben zwischen Ihnen und uns.

Was sagen Sie, wenn ein Nachbar fragt?

Dass wir eine Wohnung räumen. Keine Namen, keine Details, keine Bestätigung von Vermutungen.

Kann der Termin früh am Morgen beginnen?

Ja, sofern die Hausordnung es zulässt. Frühe Termine sind meist die ruhigsten.

Muss ich vorher selbst vorsortieren?

Nein, und in den meisten Fällen ist es sogar hinderlich. Wir arbeiten schneller, wenn die Wohnung so bleibt, wie sie ist, weil dann keine halbfertigen Stapel entstehen, deren Zuordnung niemand mehr kennt. Wichtig ist nur, dass Sie vorher sagen, welche Stücke bleiben sollen, und diese markieren oder in einen Raum stellen.

Kann ich den Termin unterbrechen, wenn es mir zu viel wird?

Ja. Sagen Sie ein Wort, dann pausieren wir. Das kommt öfter vor, als Sie vermuten, und ist kein Problem, solange der Tag insgesamt reicht. Wenn absehbar wird, dass es zwei Termine braucht, sagen wir das offen und legen den zweiten gleich fest, statt bis in den Abend hinein weiterzumachen.

Machen Sie den ersten Schritt

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