Wertsachen vor der Entrümpelung sichern
Nach dem Räumtag ist die Wohnung leer. Was bis dahin nicht gefunden wurde, ist schwer zurückzuholen. Eine ruhige Runde vorher ist deshalb die wichtigste Vorbereitung überhaupt.
Warum die Runde vorher sein muss
Bei einer Entrümpelung wird zügig gearbeitet. Ein Kasten wird nicht Lade für Lade durchsucht, er wird getragen. Das ist der Grund, warum wir jeden Auftraggeber bitten, vorher selbst durchzugehen, in Ruhe und ohne Zeitdruck.
Planen Sie zwei bis drei Stunden ein, bei einer Wohnung aus einem langen Leben eher einen halben Tag. Machen Sie es bei Tageslicht und zu zweit, vier Augen finden mehr.
Wo tatsächlich etwas liegt
Geld und Schmuck liegen selten dort, wo man zuerst nachsieht. In alten Haushalten steckt Bargeld zwischen Buchseiten, in Kaffeedosen, unter der Lade des Nachtkästchens, in Manteltaschen im Vorzimmerkasten oder in einem Kuvert hinter einem Bild.
- Bücher einzeln aufschlagen und ausschütteln
- Laden ganz herausziehen, auch den Boden darunter
- Manteltaschen und alte Handtaschen abtasten
- Dosen, Keksdosen und Vasen öffnen
- hinter Bildern und unter Teppichen nachsehen
Dokumente, die man nur einmal bekommt
Wichtiger als Schmuck sind oft die Papiere: Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Heiratsurkunde, Sparbücher, Polizzen, Grundbuchsunterlagen, Pensionsbescheide oder ein handgeschriebener letzter Wille. Diese Dinge kommen in eine eigene Mappe, bevor irgendetwas anderes passiert.
Fotos und Negative gehören in dieselbe Kiste. Für Angehörige sind sie oft das Einzige, was zählt, und im Karton sehen sie aus wie altes Papier.
Eine Kiste, die mitgeht
Bewährt hat sich eine einzige, klar beschriftete Kiste für alles Persönliche, die Sie am Ende der Runde selbst aus der Wohnung tragen. Nicht in die Ecke stellen, nicht im Nebenzimmer lassen. Alles, was in der Wohnung bleibt, ist am Räumtag Teil der Menge.
Wie wir mit Fundstücken umgehen
Trotz aller Vorbereitung taucht immer wieder etwas auf: ein Kuvert, ein Ring in einer Tasse, ein Sparbuch hinter der Lade. Dann wird an dieser Stelle nicht weitergearbeitet. Der Fund kommt in eine eigene Kiste, und wir melden uns noch am selben Tag.
Übergeben wird ausschließlich an den Auftraggeber, nicht an Nachbarn und nicht an Angehörige, die zufällig anwesend sind. Sind Sie nicht vor Ort, fotografieren wir den Fund und vereinbaren die Übergabe.
Wenn Sie am Termin nicht dabei sind
Dann brauchen wir eine Vertrauensperson vor Ort oder eine schriftliche Freigabe, was mitgenommen wird. Wir dokumentieren jeden Raum vorher und nachher mit Fotos. Was uns dabei auffällt, legen wir gesondert ab und nehmen es nicht mit.
Die stillen Verluste, die erst Wochen später auffallen
Datenträger und alte Geräte
In einer Schublade liegen ein Notebook von 2011, zwei Handys und eine Digitalkamera mit Speicherkarte. Auf solchen Geräten stecken oft die einzigen Bilder aus fünfzehn Jahren Familienleben. Ausgediente Elektrogeräte nehmen wir mit, die Karten und Festplatten gehören aber vorher heraus. Legen Sie sie in einen beschrifteten Umschlag, auch wenn Sie im Moment kein Gerät besitzen, das sie noch lesen kann.
Papier mit Wert
Sparbücher, alte Polizzen, Grundbuchauszüge und Werkverträge sehen im Stapel aus wie Altpapier. Nehmen Sie Ordner nicht nach Aufschrift durch, sondern nach Inhalt, denn beschriftet wurde vor zwanzig Jahren. Unterlagen, die niemand mehr braucht und die trotzdem niemand offen liegen lassen will, fahren wir auf Wunsch zu einem zertifizierten Vernichtungsbetrieb; den Auftrag dort erteilen Sie selbst, die Vernichtung führen wir nicht durch.
Zubehör ohne Gerät
Ladegeräte, Fernbedienungen, Möbelschlüssel, Ersatzschlüssel für Garage und Kellerabteil: Diese Kleinteile liegen selten dort, wo das zugehörige Ding steht. Wer sie am Räumtag verliert, merkt es erst, wenn der Kasten in der neuen Wohnung steht und sich nicht absperren lässt. Sammeln Sie alles Kleine aus allen Räumen in einer einzigen Schale, bevor Sie mit den großen Sachen anfangen.
So teilen Sie eine volle Wohnung in Etappen
Eine Wohnung mit siebzig Quadratmetern lässt sich an einem Abend nicht ernsthaft durchsehen. Nehmen Sie sich pro Abend einen Raum vor und beginnen Sie dort, wo am meisten Papier liegt: Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Vorzimmerkommode. Küche, Bad, Keller und Dachboden kommen danach. Kleben Sie an jeden fertigen Türstock einen Streifen Malerband mit Datum, sonst wissen Sie am Donnerstag nicht mehr, ob das Wohnzimmer schon an der Reihe war.
Am Räumtag selbst bleibt ein Raum zu. Dort steht die Kiste mit dem, was bleibt, und quer über der Tür klebt ein Band. Sagen Sie das vor dem ersten Handgriff einmal laut, dann weiß jeder im Team Bescheid. Stimmen Sie außerdem die Reihenfolge ab, damit Sie in jeden Raum noch einen letzten Blick werfen können, bevor er leer ist. Erfahrungsgemäß liefert das Kellerabteil die meisten Überraschungen, und es wird am häufigsten übersprungen.
Häufige Fragen
Wie lange vorher soll ich durchgehen?
Am besten in der Woche vor dem Termin, nicht am selben Morgen. Unter Zeitdruck übersieht man genau die Stellen, auf die es ankommt.
Was passiert, wenn Sie etwas Wertvolles finden?
Die Arbeit an dieser Stelle wird unterbrochen, der Fund kommt in eine eigene Kiste und geht an den Auftraggeber. Wir melden uns noch am selben Tag.
Können Sie beim Durchsehen helfen?
Wir arbeiten langsamer und zeigen Laden einzeln, wenn Sie dabei sind. Ein systematisches Durchsuchen ersetzt das nicht, das bleibt Ihre Runde.
Was gilt bei einer Verlassenschaft?
Übergeben wird nur an den ausgewiesenen Auftraggeber. Sind mehrere Erben beteiligt, klären Sie vorher untereinander, wer Ansprechpartner ist.
Wohin mit Unterlagen, die niemand mehr braucht?
Trennen Sie zuerst grob: alles mit Namen, Kontonummer oder Unterschrift auf einen Stapel, der Rest ist Papier wie jedes andere. Den heiklen Stapel bringen wir auf Wunsch zu einem zertifizierten Vernichtungsbetrieb, beauftragt wird dieser Betrieb aber von Ihnen direkt. So bleibt nachvollziehbar, wer die Unterlagen wann übernommen hat.
Reicht ein Blick in einen Kasten, der leer aussieht?
Meistens nicht. Über Augenhöhe liegt in fast jedem alten Kasten noch etwas flach auf, hinter Schubladen fällt seit Jahren Kleinkram in den Korpus, und in Manteltaschen bleiben Geldbörsen und Schlüssel stecken. Ziehen Sie Schubladen ganz heraus und greifen Sie in den Hohlraum dahinter. Das kostet pro Kasten zwei Minuten und ist der häufigste Fundort überhaupt.
Machen Sie den ersten Schritt
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